Frankreichs staatliche Eisenbahngesellschaft ist dort in etwa das, was die Deutsche Bahn hierzulande ist. Mit dem berühmten TGV, der weiterhin mehrere Geschwindigkeitsrekorde hält, und vielen anderen Bahnen setzt die SNCF verschiedenste Zuggattungen für fast alle Ansprüche ein, obendrein erwarten dich sehr günstige SNCF-Tickets – wenn du denn weißt, wo du sie im Tarifdschungel findest! In unserer Übersicht haben wir dir alles, was du zur SNCF wirklich wissen musst, überblicksartig und ganz konkret zusammengefasst. Viel Freude damit!

Noch mehr zum Thema Bahn und Bahnfahren findest du auf unserer Bahn-Übersichtsseite – Links zu allen für Deutschland wichtigen Bahnanbietern, verblüffende Rekorde, Fun Facts und vieles mehr!

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Was ist eigentlich die SNCF?

Geschichte

Tarife & Tickets

Bonus- bzw. Rabattkarten

Ermäßigungen

Sondertarife

SNCF-Tickets kaufen

Umtausch & Erstattung

Umtausch

Stornierung

Entschädigung & Beschwerden

Ziele und Strecken

Services

Sitzplatzreservierung

Barrierefreiheit

WLAN

Betreuung von Kindern und Jugendlichen

Essen und Trinken im Zug

Gepäck

im Zug

am Bahnhof

Fahrradmitnahme

Haustiere

Lost & Found

Kontakte & weitere Informationen

 

Allgemeines

Was ist eigentlich die SNCF?

 

Die Société Nationale des Chemins de fer Français, auch bekannt unter der Abkürzung SNCF, ist die staatliche französische Eisenbahngesellschaft. Gegründet im Jahr 1937, betreibt sie, ähnlich wie die Deutsche Bahn in Deutschland, beinahe den kompletten Schienenverkehr in Frankreich und in Monaco, auch gehört ihr (bzw. dem Teilunternehmen SNCF Réseau) das Streckennetz. Mit mehr als 5 Millionen Reisenden täglich befördert die SNCF pro Jahr mehr als 1,8 Milliarden Passagiere!

Trotz ihres Fokus auf Frankreich sind die beachtlichen 180.000 Mitarbeiter der SNCF auf 120 Länder verteilt.

Zu dem vielschichtigen Bahnsystem, das von der SNCF betrieben wird, gehören der berühmte TGV (Train à Grande Vitesse, wörtlich Hochgeschwindigkeitszug), der regionale Eisenbahndienst TER, die Pariser S-Bahn und der Ouigo (ein Billigzug, der Verbindungen zwischen dem Norden, dem Westen und dem Süden Frankreichs anbietet).

 

Geschichte

 

1937 - 1938

Verschiedene Eisenbahngesellschaften werden unter dem Namen Société Nationale des Chemins de fer Français aka SNCF vereinigt.

1939 - 1945

Während der Invasion Frankreichs spielt die SNCF eine wichtige logistische Rolle, indem sie Soldaten und Material zur Front transportiert.

Nach dem Waffenstillstand im Jahre 1940 wird die SNCF dem deutschen Transportkommando und der Regierung von Vichy unterstellt.

Die Infrastruktur der SNCF wird zur Deportation in Konzentrationslager genutzt, sie ist eines der Hauptziele der Sabotage durch den Widerstand.

Nach dem Krieg hat die SNCF etwa die Hälfte ihrer Ressourcen verloren.

1947 - 1955

Beginn der elektronischen Umstellung der SNCF-Züge

Geschwindigkeitstests für die elektrische Lokomotive CC7107 ergeben am 28. März 1955 den Spitzenwert von 331 km/h.

1967

Als erste SNCF-Lokomotive erreicht die Capitole während einer öffentlichen und kommerziellen Fahrt die Geschwindigkeit von 200 km/h.

1974

Im Zuge der Ölkrise leitet die SNCF den Bau der neuen Bahnstrecke zwischen Paris und New York ein, um die elektrische Umstellung der Zugflotte voranzubringen.

1975

Der erste Corail-Zug kommt ins Rollen; dieser neue Wagentyp soll flächendeckend alte Züge ersetzen, er beinhaltet eine Klimaanlage und ein moderneres Drehgestell.

1981

Der neu eingeführte TGV aka Train Grande Vitesse (Hochgeschwindigkeitszug) erreicht unglaubliche 380 km/h und stellt damit einen neuen Weltrekord für eine nicht-kommerzielle Fahrt auf.

1987

Der TER (Train Express Régional oder Express Regional Train) wird eingeführt. Mit ihm soll die Effizienz gesteigert und die Reichweite des Regionalbahnnetzes erhöht werden.

Ebenfalls werden vom TER modernisierte Reisebusse angeboten, um das Verkehrsangebot im Hinterland zu erhöhen.

1990

Mit 515 km/h bricht der TGV am 18. Mai 1990 zwischen Paris und Lyon seinen eigenen, bisherigen Geschwindigkeitsrekord.

1994

Nach Einweihung des Eurotunnels zwischen Calais und Dover wird auch die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Paris und London eröffnet. Damit ist es Reisenden möglich, innerhalb etwa 3 Stunden auf Schienen von der französischen in die britische Hauptstadt oder umgekehrt zu reisen.

1996

Das SNCF-Streckennetz wird, dank der neu dazu gekommenen Thalys-Linien, internationaler, mit Verbindungen nach Brüssel, Köln und Amsterdam.

2001

Ein erneuter Rekord des TGV wird aufgestellt, der mit sensationellen 300 km/h eine kommerzielle Zugfahrt (hier zwischen Calais und Marseille) so schnell wie niemand zuvor bewältigt. Die Rekordfahrt am 26. Mai überwindet die mehr als 1000 km in weniger als 3 Stunden, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 306 km/h.

2007

Noch ein Weltrekord des TGV: 547 km/h werden auf einer der östlichen Linien erreicht.

2013

Nach eigener Zählung hat die SNCF nun die Marke von mehr als 2 Milliarden transportierten Passagieren pro Jahr erreicht.

2016

Es geht immer noch schneller: Dank der Hyperloop-Technologie, in die SNCF investiert, soll auch die Schallgeschwindigkeit (etwa 1120 km/h) geknackt werden!

2017

SNCF gibt bekannt, ihre Aktivitäten auf zwei Bereiche aufteilen zu wollen: Ouigo (Niedrigpreisbereich) und InOui (Premiumbereich).

 

 

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Tarife & Tickets

 

Bei der SNCF erwartet Dich, um „es ist super kompliziert“ mal positiv zu formulieren, ein bunter Strauß an Möglichkeiten, günstiger Bahn zu fahren – abgesehen vom Grundpreis gibt es eigentlich für jede Zielgruppe und jeden Reisetypen das richtige Angebot, ergänzt von saisonalen Rabatten, über die du dir hier einen Überblick verschaffen kannst. Wir möchten dir die wichtigsten Sparmöglichkeiten der SNCF im Folgenden erst in einer Übersicht und dann einzeln vorstellen:

 

für alle

unter 12

12 bis 27

ab 28

60 und älter

 

Gruppen

Familienreisen

Stammesreisen

Gruppenreisen

 

 

häufig  unterwegs

Pariser Region

Französische Regionen

Französisches Netzwerk

 

 

Geschäftsreisen

Geschäftsreisen in der ersten und zweiten Klasse

Dauerkarte

 

 

 

Sondertarife

Arbeitnehmer

Kindergruppen

Studierende und Auszubildende

Militärangehörige

Reisende mit Behinderungen

 

 

 

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Bonus- bzw. Rabattkarten

 

Enfant+

Ein ganzes Jahr lang reist man mit der Rabattkarte Enfant+ zum ermäßigten Preis im TGV, TER und Intercités.

  • Kosten: 75 €
  • Ersparnis pro Fahrt:
    • 50 % Rabatt für das Kind (bezogen auf ein ermäßigtes Erwachsenenticket)
    • 25 % Rabatt für Begleiter (bezogen auf den Normaltarif)
    • diverse Last-minute-Angebote und Sonderrabatte für manche Züge
  • gültig für: mindestens ein Kind und bis zu 4 Begleitpersonen

Carte Jeune

Studierende, Schüler und Auszubildende haben oft ein kleines Budget – daher bekommen sie auch kleine Reisepreise. Mit der Carte Jeune reisen alle, die ihren 28. Geburtstag noch nicht gefeiert haben, ein ganzes Jahr lang günstiger im TGV, im TER und im Intercité.

  • Kosten: 50 €
  • Ersparnis pro Fahrt (Beispiele):
    • 30 % Rabatt auf den normalen Freizeittarif im TGV
    • 25 % Rabatt für Fahrten im TER und im Intercité
    • diverse Last-minute-Angebote und Sonderrabatte für manche Züge
  • gültig für: ein Kind bzw. eine*n Jugendliche*n von 12 bis einschließlich 27 Jahren

Week-end

Auch im Alter zwischen 28 und 60 Jahren gibt es Vergünstigungen mit der SNCF: Die Rabattkarte Week-end ermöglicht dir ein ganzes Jahr lang vergünstigte Preise im TGV, im TER und im Intercité.

  • Kosten: 75 €
  • Ersparnis pro Fahrt (Beispiele):
    • 25 % Ermäßigung auf den Freizeittarif im TGV und in Intercités mit Reservierungspflicht
    • 25 % Ermäßigung auf Fahrten mit TER und Intercités ohne Reservierungspflicht (weiße Kalenderperiode) – in der blauen Kalenderperiode sogar 40 % Ermäßigung
    • die gleiche Ermäßigung für eine Begleitperson
    • diverse Last-minute-Angebote und Sonderrabatte für den Karteninhaber und eine Begleitperson
  • gültig für:
    • Hin- und Rückfahrten über mehr als 200 km Entfernung
    • für einfache Fahrten am Samstag oder am Sonntag oder
    • Hin- und Rückfahrten, zwischen denen mindestens die Nacht von Freitag auf Samstag oder die von Samstag auf Sonntag liegt

 

Senior+

Ohne hohe Reisekosten ein Jahr lang alle Verwandten, Bekannten und Freunde besuchen, in ganz Frankreich seinen Leidenschaften hinterher reisen, die Welt entdecken oder was einen sonst noch in die Bahn treibt!

  • Kosten: 60 €
  • Ersparnis pro Fahrt (Beispiele):
    • 25 % Ermäßigung auf den Freizeittarif im TGV und Intercités mit Reservierungspflicht in der 2. Klasse, bis zu 40 % Ermäßigung für gleiche Züge der 1. Klasse
    • ebenfalls man 20 bzw. 40 % Ermäßigung in der 2./1. Klasse im TER und an der City ohne Reservierungspflicht (weiße Kalenderperiode) – in der blauen Kalenderperiode sogar 50 % Ermäßigung
  • gültig für: Reisende, die mindestens 60 Jahre alt sind

 

Vielreisende[1]

Ob Pendler, in einer Fernbeziehung oder stets unterwegs zu neuen Abenteuern: SNCF bietet Vielreisenden eine Vielzahl an Programmen, durch die häufiges Zugfahren besonders günstig wird. Wer dabei in der Regel immer auf den gleichen Zug(-Typ) selbst, wird sich vermutlich besonders für die Treuekarten interessieren, erhältlich für den Eurostar oder den Thalys.

 

Ermäßigungen

 

SNCF bietet für verschiedene Gruppen reduzierte Tarife an – für Arbeitnehmer, Schüler*innen, Studierende, Azubis, Kinder, Angehörige des Militärs oder Menschen mit Behinderungen. Hier findest du eine Übersicht dazu.

 

Kinder[2]

von 0-3 Jahren

Kinder, die jünger als 4 Jahre sind, reisen mit der SNCF kostenlos, haben jedoch keinen Anspruch auf einen eigenen Platz. Wer sichergehen möchte, dass der Nachwuchs nicht auf dem eigenen Schoß sitzen muss, kann im TGV, im TER und im Intercity den Pauschaltarif Bambin nutzen, die Ermäßigungskarte Enfant+ kaufen oder im Thalys den Kindertarif buchen.

 

von 4-12 Jahren

Kinder unter 13 Jahren zahlen im SNCF grundsätzlich den halben Preis eines Erwachsenen. Wer sein Kind alleine auf Reisen schickt, kann an gut 120 Bahnhöfen Frankreichs einen speziellen Service (Junior & Cie) in Anspruch nehmen, bei dem sich ausgebildete Betreuer während der Fahrt um Kinder zwischen 4 und 14 Jahren kümmern.

 

Sondertarife[3]

 

Last-Minute-Fahrkarten

Schnäppchentickets, die du ausschließlich über das Internet buchen kannst – das klingt sehr nach fromAtoB, bezieht sich in diesem Fall aber ausnahmsweise auf die Last-minute-Fahrkarten des SNCF! 40-45 % Ermäßigung auf den Volltarif sind sowohl für die Tag- als auch die Nachtzüge in den Intercités zu haben (begrenztes Kontingent).

 

100% Éco

Freitag bis Montag ab 15 € in deine Frankreichreise starten – mit 100 % Éco geht das auf bestimmten Linien das ganze Jahr über, auch ohne Ermäßigungskarte. Bis zu beispielsweise von Paris nach Straßburg oder von Paris nach Toulouse, könnte dieses Angebot genau das richtige für dich sein.

 

Happy Hour

Timing ist alles: Ganz genau 5-2 Tage vor deiner Reise bietet SNCF ein begrenztes Kontingent von Intercités-Tickets mit 50 % Ermäßigung an – erhältlich für 177 Zielorte.

 

Ouigo

Der günstige Zug des SNCF wird manchmal noch etwas günstiger: Hier siehst Du, welche Superschnäppchen dich in den jeweils nächsten 3 Wochen erwarten.

 

Prem’s-Tarife[4]

Besonders günstig mit dem SNCF unterwegs bist du mit den „Prem’s“-Preisen, Angeboten für

  1. den TGV am Wochenende (von Donnerstag- bis Samstagabend) und in den Schulferien
  2. Minigruppen ab 3 Personen für IGV und Intercités
  3. Hin- und Rückfahrt am Samstag im TGV
  4. Frühbucher.

               

SNCF-Tickets kaufen

 

Um dein SNCF-Ticket zu buchen, gibt es mehrere Möglichkeiten: online, per Telefon, an den Bahnhöfen (am Schalter oder am Selbstbedienungsautomaten), in den Verkaufsbüros der SNCF oder über autorisierte Reisebüros.

Spannend ist auch die Möglichkeit, die Option für ein TGV-Ticket zu erhalten, dass du später verbindlich buchen kannst! Links und Kontaktmöglichkeiten findest du hier.

 

Ticket-Arten

 

  • Papierloses Ticket

Diese Tickets werden auf deinem Smartphone oder anderem mobilen Gerät gespeichert. Du kannst sie dort abrufen oder auch ausdrucken: Ticketless Thalys, Print@home Eurostar, Ticketless Italo und druckbares Ouigo.

  • IATA-Ticket

Papierticket, das vor dem Einstieg in den Zug abgestempelt werden muss

  • Ticket per Post

ein nur in Frankreich kostenloser Service – du musst eine französische Adresse haben und 2-4 Tage Geduld, vorher wird dein Ticket nicht eintreffen.

 

 

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Umtausch & Erstattung

Umtausch

 

Wenn deine Tickets grundsätzlich umtauschbar sind, hast du bei der SNCF zwei Möglichkeiten:

  • Du gehst zu einem französischen Bahnhof oder zu einem SNCF-Verkaufsbüro in Brüssel, Aachen, Köln, Luxemburg, Mailand oder Andorra und wendest dich an das Schalterpersonal.
  • Hast du dein Ticket online gekauft, kannst du es auch direkt in deinem Online-Konto ändern. Gehe in den Bereich „Meine Buchungen“, wähle die richtige Buchung aus, klicke auf Umtausch und folge den Anweisungen.

Gut zu wissen: Wenn, lassen sich Tickets bis zu 12 Stunden vor der geplanten Abfahrt umtauschen.[5]

               

Stornierung

 

Ob dein SNCF-Ticket stornierbar ist, erfährst du über die Konditionen der einzelnen Tarife. Wenn ja, beantragst du eine Rückerstattung über das SNCF-Programm Garantie Voyage.[6] Dazu besuchst du am besten einen französischen Bahnhof, ein Verkaufsbüro der SNCF oder ein lizenziertes Reisebüro. Die Ticket-Stornierung ist dabei übrigens völlig kostenlos und noch bis zu 60 Tage nach der geplanten Reise möglich!

               

Entschädigung & Beschwerden

 

Nicht immer läuft alles glatt, auch nicht bei der SNCF. Ist dein Zug deutlich verspätet eingetroffen oder hat während der Fahrt Zeit verloren bzw. ist vielleicht sogar völlig ausgefallen, kannst du eine Entschädigung beantragen – gesetzt dem Fall, die SNCF trägt Schuld an der mindestens 30-minütigen Verspätung. Eine finanzielle Wiedergutmachung erhältst du entweder in Form eines Reisegutscheins oder als Banküberweisung.[7]

 

 

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Ziele und Strecken

 

Wo auch immer du in Frankreich unterwegs sein möchtest, gibt es aller Voraussicht nach einen SNCF-Zug, der dich an dein Ziel bringt. Abhängig von der Region, in der du reist, stehen dir verschiedene Bahntypen zur Verfügung:

 

Regionalverkehr

 

Der Transport Express Régional oder TER stellt täglich 7500 Züge bereit, mit denen durchschnittlich eine Million Passagiere befördert werden.

 

Die 10 wichtigsten Strecken[8]:
  1. Paris Montparnasse ó Nogent-le-Rotrou
  2. Saint-Étienne-Châteaucreux ó Lyon-Part-Dieu
  3. Marseille-Saint-Charles ó Toulon
  4. Moulins-sur-Allier ó Clermont-Ferrand
  5. Lyon-Part-Dieu ó Ambérieu
  6. Nancy-Ville ó Luxembourg
  7. Marseille-Saint-Charles ó Pertuis
  8. Bourg-en-Bresse ó Lyon-Perrache
  9. Toulouse-Saint-Cyprien-Arènes ó Colomiers
  10. Roanne ó Lyon-Perrache

 

Fernverkehr

Thalys – der internationale Schnellzug

 

Mit einer Beteiligung von 62 % am Thalys ist die SNCF Hauptbetreiberin des roten Schnellzuges. Unsere Thalys-Übersichtsseite verrät dir alles, was du rund um Tickets, Tarife, Strecken und Services im Thales wissen musst!

 

TGV – der Hochgeschwindigkeitszug

 

Seit seinem Start im Jahr 1981 hat der TGV sein Streckennetz kontinuierlich ausgebaut und erreicht heute rund 200 Bahnhöfe in Frankreich. Jährlich werden rund 100 Millionen Fahrgäste mit dem Schnellzug von A nach B gebracht. 

Das komplette Streckennetz des TGV kannst du hier einsehen.

 

Grenzüberschreitende Strecken

Eurostar (Großbritannien)

 

Von Paris nach London in weniger als 2 Stunden und 15 Minuten? Das geht mit dem Eurostar auch, ohne zum Flughafen fahren zu müssen:

Mit dem Eurostar kannst du morgens ein original französisches Frühstück genießen und mittags die herzhafte englische Küche probieren. Steig einfach am Gare du Nord (Nordbahnhof) in den Zug!

Gut zu wissen: Im Gegensatz zur anderen Hochgeschwindigkeitsstrecke musst du im Eurostar eine Sicherheits- und Passkontrolle durchlaufen, für die du – ein kleiner Wermutstropfen im Geschwindigkeitsglas – etwa eine Stunde vorher am Bahnhof sein solltest.

 

TGV & ICE (Deutschland)

 

Dank der Kombination aus TGV und ICE kannst du mit der SNCF auch Deutschland erreichen – bzw. Frankreich von Deutschland aus:

  • Vom und zum Paris Gare de l'Est (Ostbahnhof) bestehen Verbindungen nach Augsburg, Baden-Baden, Frankfurt, Kaiserslautern, Karlsruhe, Mannheim, München, Saarbrücken, Stuttgart und Ulm.
  • Im Zug sprechen die Angestellten sowohl Französisch als auch Deutsch und Englisch, so dass du dich nicht zu sorgen brauchst, evtl. „lost in translation“ zu sein.
  • Wie auch im innerfranzösischen TGV gibt es an Bord einen 1.-Klasse-Bereich und ein Zugrestaurant, dein Reisekomfort sollte daher gesichert sein.[9]

 

Die beliebtesten Strecken im TGV
  1. Paris ↔ Genf
  2. Paris ↔ Straßburg
  3. Paris ↔ Lyon
  4. Paris ↔ Nizza
  5. Paris ↔ London
  6. Paris ↔ Amsterdam

 

 

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Services

Sitzplatzreservierung

 

Nicht alle SNCF-Züge bieten die Möglichkeit, dir verbindlich einen Sitzplatz zu buchen, aber wenn diese Option verfügbar ist (wie unter anderem im TGV, im Thalys und im Eurostar), hast du mindestens die Wahl zwischen Fenster, Gang und einem Doppelplatz, falls du in Begleitung reist. Auch wenn du gemeinsam mit jemandem reist, der schon einen Sitzplatz reserviert hat, könnt ihr zusammen sitzen – es besteht unter Angabe der Sitzplatznummer die Möglichkeit, dass du deinen Platz direkt neben seinem oder ihrem buchst.

 

Barrierefreiheit

 

Die SNCF bietet eine breite Palette von Dienstleistungen für Passagiere mit Behinderungen und/oder eingeschränkter Mobilität an. Um dich konkret zu informieren, wende dich an die +33 890 640 650.

 

WLAN

 

Ja, im TGV steht dir Wi-Fi zur Verfügung, allerdings nur auf den folgenden Strecken:

Paris ↔ Lyon

Paris ↔ Bordeaux

Paris ↔ Lille

Paris ↔ Straßburg

Paris ↔ Rennes

Rennes ↔ Brest

Rennes ↔ Quimper

Bordeaux ↔ Hendaye

Bordeaux ↔ Toulouse

Bordeaux ↔ Tarbes

Lyon ↔ Saint-Etienne

Lyon ↔ Montpellier

Montpellier ↔ Perpignan

Marseille ↔ Nizza

Calais ↔ Lille

Lille ↔ Dünkirchen

Lille ↔ Valenciennes

Metz ↔ Nancy

Forbach ↔ Nancy

 

Betreuung von Kindern und Jugendlichen

 

Für Kinder zwischen 4 und 14 Jahren, die alleine Zug fahren, bietet die SNCF den Service „Junior & Cie“ an. Ausgebildete Betreuer beaufsichtigen und unterhalten die jungen Reisenden während der Fahrt – und die Eltern können sicher sein, dass der Nachwuchs wohlbehalten ans Ziel kommt. Der Aufsichtsservice kostet mindestens 35 €, zuzüglich zur Fahrkarte.

Verfügbarkeit: „Junior & Cie“ ist buchbar

  • nur im TGV und in Intercités
  • innerhalb der Schulferien zwischen rund 120 Stationen
  • an Wochenenden zwischen 19 Stationen, darunter Paris, Nizza, Lyon und Straßburg
  • mindestens 4 Tage und höchstens 3 Monate vor der Abfahrt

 

Essen und Trinken im Zug

 

Wer in einem Land unterwegs ist, das für seine hervorragende Küche bekannt ist, erwartet auch in der Bahn zu Recht, nicht hungern zu müssen:

 

TGV

Wenn dich im Schnellzug der kleine Hunger heimsucht, findest du in den Restaurant-Wagen (immer jeweils der 4. und 14.) neben diversen Snacks und richtigen Mahlzeiten auch heiße und kalte Getränke.[10]

 

Andere Züge

Im Eurostar, iDTGV, TGV Lyria, TGV France-Italy oder anderen Intercités gibt es zwar kein Zugrestaurant, aber dafür wird man vom SNCF-Personal mit einem Trolley voller Speisen und Getränke durch die Gänge – also auch hier kein Grund zum Fasten!

 

 

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Gepäck

 

Großes oder kleines Gepäck? Im Gegensatz den Gebühren fürs Flugzeug musst du in der SNCF auch für schwer beladene Reisen keine Niere verkaufen:

 

im Zug

Sowohl Handgepäck als auch mehrere große Gepäckstücke sind erlaubt und im Ticket bereits inklusive, wenn du sie selbst tragen kannst und so verstaut, dass weder der Zugbetrieb noch andere Reisende gestört werden.

Gut zu wissen: Jedes Gepäckstück, dass du im Zug transportierst, muss mit einem Aufkleber versehen werden, auf dem Vorname, Nachname und Adresse der Besitzerin bzw. des Besitzers stehen. Du kannst entweder eigene Aufkleber verwenden oder dich am Bahnhof kostenlos eindecken. [11]

 

am Bahnhof

Innerhalb des Bahnhofs findest du in der Regel Möglichkeiten, dein Gepäck sicher zu verwahren – ob 1 Stunde oder 14 Tage lang. Nicht zur Verfügung steht dir dieser Service in Paris Saint-Lazar, Paris Bercy und im Flughafenbahnhof Charles de Gaulle.

 

Fahrradmitnahme

 

Wer sein geliebtes Rad mit auf Reisen nehmen möchte, für den bietet die SNCF zwei Lösungsvorschläge an:

demontiert

Gepäckstücke mit den Maximalmaßen von 120 × 90 cm nimmt die SNCF ohne Murren mit – kannst du dein Fahrrad zerlegt auf diese Größe bringen, darf es dich mit großer Sicherheit begleiten!

montiert

Auch zusammengebaut wirst du in den meisten SNCF-Zügen kein Problem mit der Fahrradmitnahme haben – in der Regel sind Stellplätze für die Fahrräder sogar kostenlos! Eine Ausnahme liegt beispielsweise dann vor, wenn du erst im TGV dein Ticket kaufst.

Gut zu wissen: In den Vorort-Zügen um Paris herum werden Fahrräder zu den Hauptverkehrszeiten werktags zwischen 6:30 Uhr und 9:30 Uhr sowie zwischen 16:30 Uhr und 19:30 Uhr nicht mitgenommen.

 

 

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Haustiere

 

Muss Fiffi auf Diät? Haustiere werden von der SNCF nur gegen Aufpreis mitgenommen; wie hoch dieser ausfällt, hängt unter anderem vom Gewicht des Tieres ab:

  • Haustiere, die inklusive Transportbox (Maximalmaße von 45 × 30 cm) weniger als 6 kg wiegen, dürfen mit einem Haustierticket zum Kostenpunkt von 7 € mitfahren. Gültig im TGV, in Intercités und im TER.
  • Haustiere mit einem Gewicht von über 6 kg benötigen während der Fahrt einen Maulkorb – und müssen darüber hinaus ein ermäßigtes Ticket für die 2. oder 1. Klasse lösen.
  • Ausnahmen werden für Blindenhunde gemacht, die sich weder um Ticket noch um Maulkorb scheren müssen, du musst aber in der Lage sein, den Blindenhund als solchen auszuweisen.[12]

 

Lost & Found

 

Das Gefühl, festzustellen, dass Handy, Schlüssel oder Brieftasche noch im Zug liegen – nur den ärgsten Feinden zu gönnen. Die Erleichterung, dein Hab und Gut schließlich wieder unversehrt in den Händen zu halten – unbezahlbar! Die SNCF bietet dir zwei Wege an, Verlorenes wiederzubekommen: Entweder wendest du dich an das Personal am Bahnhof oder du checkst online über die Fundbüro-Rubrik der SNCF-Webseite, ob dein Eigentum aufgetaucht ist. Für diejenigen, deren Französisch noch Luft nach oben hat: Klicke erst auf „Chercher une gare“ und dann auf "Services en ligne".[13]

Gut zu wissen: Kostenlos ist der Lost&Found-Service der SNCF nicht, du zahlst zwischen 5 und 10 € Servicegebühr.

 

 

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Kontakte & weitere Informationen

 

  • SNCF-Webseite (deutsche Version)
  • SNCF-App
  • SNCF-Hotline: + 33 970 60 99 70 (montags bis samstags 9 bis 19 Uhr, Tarif anbieterabhängig)
  • aktuelle SNCF-Verkehrsmeldungen (deutsch)
  • Kontakt für Reklamationen:
    • TGV/Intercités: +33 98 098 36 35 (montags bis freitags von 8:30 Uhr bis 12:30 Uhr sowie von 13:30 Uhr bis 17:00 Uhr)
    • TER: siehe ter-sncf.com
    • Transilien: +33 36 58 (Grundpreis von 0,23 € pro Minute, zuzüglich eventuell anbieterabhängiger Verbindungsgebühren)
    • Eurostar: +33 170 70 60 99 (Ortstarif Frankreich)
    • Lyria: +33 892 35 35 35 (Grundpreis von 0,34 € pro Minute, zuzüglich eventuell anbieterabhängiger Verbindungsgebühren
  • SNCF in den Social Media: Facebook, Instagram, Pinterest

 

 

[1] SNCF: Voyageur-Programme, abgerufen am 27.03.2018.

[2] SNCF: ermäßigte Tarife – unter zwölf Jahren, abgerufen am 27.03.2018.

[3] SNCF: Tarifangebote, abgerufen am 27.03.2018.

[4] SNCF: Tarife Prems, abgerufen am 27.03.2018.

[5] SNCF: Tickets umtauschen/ändern (englisch) abgerufen am 05.04.2018.

[6] SNCF: Tickets stornieren (englisch) abgerufen am 05.04.2018.

[7] SNCF: Verspätungen (englisch) abgerufen am 05.04.2018.

[8] Wikipedia: meistgenutzte TER-Verbindungen (französisch), abgerufen am 05.04.2018.

[9] SNCF: Deutschland mit TGV und ICE (englisch), abgerufen am 05.04.2018.

[10] SNCF: Speisewagen (englisch), abgerufen am 05.04.2018.

[11] SNCF: Gepäck (englisch), abgerufen am 05.04.2018.

[12] SNCF: Haustiere (englisch), abgerufen am 05.04.2018.

[13] SNCF: verlorene Gegenstände (englisch), abgerufen am 05.04.2018.