Die Bahn ist in Österreich eine der schnellsten und sichersten Möglichkeiten, von A nach B zu kommen – und ein schönes Bergpanorama gibt es beim entspannten Bahnfahren in dem zu zwei Dritteln aus Alpen bestehenden Land noch dazu! Die wichtigsten Fakten zu den in Österreich verkehrenden Eisenbahngesellschaften und Anbietern haben wir im Folgenden für dich zusammengestellt. Zudem findest du Wissenswertes zur Geschichte der Bahn, interessante Fakten und Superlative rund um das Thema Bahnfahren sowie weiteres nützliches und eher unnützes Wissen .

Übrigens: Auch andere Länder haben schöne Bahnen! Auf unseren Seiten rund um das Thema Zugfahren in Deutschland und der Schweiz findest du alles Wissenswerte, Spannende und Absonderliche, nicht nur zu DB und SBB!

Bahn in Österreich: Anbieter im Fernverkehr


Die Österreichischen Bundesbahnen, kurz ÖBB, haben im österreichischen Bahnverkehr die absolute Vormachtstellung inne. Als größte Eisenbahngesellschaft Österreichs betreiben die ÖBB den überwiegenden Teil der Schienenverbindungen und befördern mit ihren Zügen rund 459 Millionen Reisende pro Jahr. Eine der österreichischen Hauptstrecken allerdings wird nicht von den ÖBB, sondern von dem Anbieter Westbahn befahren, dieser verbindet die Städte Wien, St.Pölten, Linz und Salzburg. Züge des alternativen Anbieters Regiojet wiederum verkehren 4 Mal täglich auf der Strecke von Wien über Brünn nach Prag. Neben diesen Anbietern werden die österreichischen Schienen außerdem von einigen Privatbahnen und anderen europäischen Bahngesellschaften befahren. Informationen rund um die wichtigsten Anbieter und deren Tickets, Tarife und Strecken findest du hier:

Bestleistungen: die Bahn und ihre Superlative


Höher!

Weltweit: In schwindelerregenden 5.072 m Höhe liegt der Scheitelpunkt der im Jahre 2005 fertiggestellten Lhasa- bzw. Qinghai-Tibet-Bahn − was sie zur am höchsten fahrenden Bahn der Welt macht. Am anderen Ende der Welt klettert der Ferrocarril Central Andino, der die peruanischen Städte Lima und Huancayo miteinander verbindet, immerhin noch auf eine Höhe von 4.781 m.[1]


In Österreich: Nicht ganz so hoch hinaus geht es für Passagiere der berühmten Semmeringbahn, die an den Berghängen und in den Tälern der österreichischen Alpen unterwegs ist. Als erste normalspurige Gebirgsbahn Europas markiert ihr Bau einen der wichtigsten Meilensteine der Eisenbahngeschichte. Von Gloggnitz bis zum Scheitelpunkt überwindet sie eine Höhendifferenz von 459 m.[2]


Schneller!

Weltweit: Wie ihr Name schon sagt, sind die französischen TGV-Züge (Train à Grande Vitesse, dt. „Zug mit großer Geschwindigkeit“) mit Highspeed auf den Schienen unterwegs. So gelang es dem TGV V150, im April 2007 die Spitzengeschwindigkeit von 574,8 km/h zu erreichen.[3]

Mit der höchsten Durchschnittsgeschwindigkeit sind wiederum die Shinkansen-Züge in Japan unterwegs.[4] Die durchschnittlich schnellste Bahn Europas ist der italienische Frecciarossa 1000, mit dem Reisende, mit einer Geschwindigkeit von 400 km/h, in lediglich 2 Stunden und 15 Minuten von Mailand nach Rom gelangen können.[5]

In Österreich: Hier bringen die Railjets seit 2008 ihre Passagiere mit einer Geschwindigkeit von bis zu 230 km/h durch das Land. Eingesetzt von den ÖBB und der tschechischen Staatsbahn (ČD), ist dieser Bahn-Typ unter anderem auf den Strecken München-Wien-Budapest oder Wien-Innsbruck-Zürich im Einsatz.[6]

Übrigens: Dass das Nachbarland Schweiz nicht gerade für Schnelligkeit bekannt ist, spiegelt sich auch in der Welt des Bahnfahrens wider. Der Glacier Express, Aushängeschild der Schweizerischen Bundesbahnen, ist der langsamste unter den Schnellzügen dieser Welt. In 8 Stunden schlängelt er sich durch 91 Tunnel und über 291 Brücken durch die bergige Landschaft der Schweiz von Zermatt nach St. Moritz.[7]


Weiter!

Weltweit: Der Mythos von der Transsibirischen Eisenbahn, die sich ihren Weg durch die schier endlosen Weiten Russlands bahnt, lässt das Herz so mancher Eisenbahn-Liebhaber höherschlagen. Auf einer Gesamtlänge von 9.288 km führt die berühmte Zugverbindung von Moskau nach Wladiwostok – die weiteste Entfernung einer Bahnstrecke im Passagierverkehr. Die Reise dauert 18 Tage und kostet 1689 €.[8]

(Noch) nicht für Passagiere geöffnet ist die sogar noch längere „Neue Seidenstraße“. Die momentan ausschließlich für den Güterverkehr genutzte Bahnstrecke zieht sich über 13.052 km von Yiwu im östlichen China bis Madrid.[9]

Die derzeit längste Zugverbindung in Europa führt von Nizza nach Berlin. Bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 80 km/h kommen Reisende auf dieser Strecke zu einem 40 Stunden andauernden Bahn-Fahrspaß.[10]

In Österreich: Die Westbahn, eine der Hauptstrecken des Landes, zieht sich über eine Länge von 312,2 km von Salzburg nach Wien.[11] Die Südbahn-Linie von Wien ins slowenische Spielfeld-Straß weist immerhin noch eine Streckenlänge von 259,7 km auf.[12]


Mehr

Weltweit: Luxuriös von A nach B kommen Reisende der japanischen Zugfirma „Seven Stars“. Ganze 5.000 € kostet das Sterne-Ticket für die Fahrt mit dem japanischen Nachtzug! Trotz dieses teuersten Ticketpreises der Welt ein absolutes Erfolgsmodell – die Fahrkarten sind so begehrt, dass sie verlost werden.[13]

Leider nur noch in der Erinnerung seiner Anhänger versprüht der legendäre Orient-Express seinen Glanz. Die von 1883 bis 2009 betriebene Verbindung von Paris über Giurgiu in Rumänien bis nach Konstantinopel ist spätestens seit Agatha Christies „Mord im Orient-Express“ eine der berühmtesten Bahnstrecken aller Zeiten.[14]


Nützliches Wissen zur Bahn


Sicheres Ankommen: Die Bahn ist das sicherste Verkehrsmittel überhaupt. Das Risiko für einen tödlichen Unfall war im Mehrjahresschnitt von 2007 bis 2016 beim Reisen mit der Bahn 53mal geringer als mit dem Auto. Relativ sicher aufgehoben sind auch Gefahrengüter auf der Schiene – hier kann die Bahn einen 42fachen Sicherheitsvorsprung gegenüber der Straße verzeichnen. [15]

Der Umwelt zuliebe: Die Bahn ist mit die beste Wahl, um umweltfreundlich zu reisen, so sind etwa Energieverbrauch, CO2-Ausstoß, Schadstoffemissionen und Flächenverbrauch bei der Bahn verhältnismäßig gering. Auch der Stickstoff-Ausstoß der Bahn ist mit 0,03 g pro Personenkilometer im Vergleich zu PKW (0,31 g) und Inlands-Luftverkehr (1,25 g) äußerst niedrig.[16]

Zeit für dich: Bahnfahren ist entspannt und lässt dir Zeit, anderen Aktivitäten nachzugehen. Laut einer Umfrage unter Bahnreisenden nutzen 48 % der Teilnehmenden ihre gewonnene Zeit zum Ausruhen und 20 % zum Schlafen. 46 % der Befragten lesen, 31 % beschäftigen sich mit dem Smartphone oder Tablet. Ebenfalls 31 % der Studienteilnehmer gaben an, dass es ihnen wichtig sei, sich zu bewegen (Mehrfachnennungen waren möglich).[17]


Unnützes Wissen zur Bahn


Eine Fahrt bis zur Sonne: Rund 145 Millionen km ist die Erde von der Sonne entfernt. Genau diese enorme Distanz legen die Züge des ÖBB-Netzes zusammen jedes Jahr zurück.[18]

Der schönste Bahnhof in Österreich: Der Verein „VCÖ – Mobilität mit Zukunft“ kürt jährlich den schönsten österreichischen Bahnhof. Am häufigsten wurde bisher der Hauptbahnhof Linz ausgezeichnet(8 Titel), gefolgt vom Wiener Hauptbahnhof (4 Titel).[19]

Die Bahn als Singlebörse: Für einige der Reisenden ist das durchaus eine Option – so prüfen rund 10 % von ihnen, vor allem die 16- bis 29-jährigen, ihre Mitfahrer auf ihr Dating-Potenzial. Dabei ist die Flirtbereitschaft der Männer mit 13 % fast doppelt so hoch wie die der Frauen (7 %).[20]

Wildwasserbahn: Eine echte Abenteuerfahrt erleben Passagiere der Bahnlinie, die durch die Tropenlandschaft des australischen Barron Gorge National Park führt. Neben dem spektakulären Panorama auf die Schluchten des Parks erhalten die Reisenden eine Dusche gratis, denn der Zug fährt so dicht an den Wasserfällen vorbei, dass deren Gischt durch das offene Fenster kommt.[21]

Langzeitprojekt: Bis der argentinische Tren a las Nubes („Zug zu den Wolken“) fertiggestellt wurde, dauerte es ganze 27 Jahre. Das Ergebnis kann sich jedoch sehen lassen: Die imposante Strecke führt durch 21 Tunnel und enthält Kreis- und Spitzkehren![22]

Naturschauspiel: Einen Fensterplatz sollte man sich unbedingt sichern, wenn man auf der japanischen Insel Kyushu Bahn fährt. Eine Verbindung führt dort an dem aktiven Vulkan Aso vorbei und bietet Passagieren eine wirklich spektakuläre Aussicht – besonders im Monat November, wenn an den Flanken des Vulkans das trockene Gras brennt.[23]


Geschichte der Bahn in Österreich[24][25]


Um 4.000 v. Chr.:

Die wichtigste Voraussetzung für das spätere Entstehen der Eisenbahn wird geschaffen − der Mensch erfindet das Rad.

Antike:

Die ersten Spurrillen sind eine Errungenschaft der griechischen bzw. der römischen Antike: Mit ihrer Hilfe konnten schwere Gefährte fortan besser in einer Spur gehalten werden.

16. Jh.:

Schienen aus Holz kommen in Bergwerken zum Einsatz, um den Lastentransport zu erleichtern.

1750:

Mit dem Verlegen von gusseisernen statt hölzernen Schienen wird der Lastentransport stabiler und zuverlässiger.

1769:

Die Erfindung der Dampfmaschine durch James Watt ebnet den Weg für den Erfolg des maschinellen Bahnantriebs.

1804:

In Wales verbindet Richard Trevithick eine Hochdruckdampfmaschine und ein Fahrgestell zu einer ersten Lokomotive. Auf den 5 angehängten Wagen konnten 10 t Eisen und 70 Personen fortbewegt werden.

19. Jh.:

Die Schienenproduktion verlagerte sich hin zu gewalzten Schienen, wie wir sie heute kennen.

1825:

Die weltweit erste Eisenbahnstrecke wird eingeweiht: Die unter der Führung von George Stephenson gebaute Verbindung ist 40 km lang und verkehrt zwischen den Orten Stockton und Darlington.

1838:

Der Spatenstich für die Kaiser Ferdinands-Nordbahn markiert die „Geburtsstunde der Eisenbahn mit Lokomotivbetrieb“ in Österreich.

1882:

Eine schrittweise Verstaatlichung des Bahnnetzes führt zum Entstehen der Österreichischen Staatsbahnen (kkStB).

1918:

Die staatliche Eisenbahngesellschaft erhält das Kürzel „BBÖ“, Bundesbahnen Österreich.

1938:

Im Zuge des „Anschlusses“ Österreichs an das Deutsche Reich werden die österreichischen Bundesbahnen von der Deutschen Reichsbahn übernommen. Während des Zweiten Weltkrieges werden die Züge für die Kriegslogistik der deutschen Wehrmacht und Massentransporte zu Vernichtungslagern genutzt.

1945:

Nach Kriegsende sind rund 45 % des Bahnnetzes in Österreich zerstört. Bereits kurz danach beginnt der Wiederaufbau durch die im Juli 1945 neu eingesetzte Generaldirektion der österreichischen Staatseisenbahnen.

1947:

Die nun als ÖBB bezeichneten Österreichischen Bundesbahnen werden als vom Staat verwaltete Unternehmung neu gegründet.

1992:

Die Österreichische Bundesregierung gliedert die ÖBB aus dem Bundesbudget aus. Fortan bestehen sie als eine Gesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit (einer Mischform aus GmbH und Aktiengesellschaft).

2004:

Die ÖBB werden neu organisiert. Sie sind nun ein Konzern, der aus mit der ÖBB Holding AG und einigen operativen Tochtergesellschaften besteht. Damit gilt für die österreichische Eisenbahngesellschaft erstmalig das Unternehmensrecht für private Unternehmer.


 


[1] Wikipedia: Eisenbahnstrecke, abgerufen am 22.12.2017.

[2] Wikipedia: Semmeringbahn, abgerufen am 14.11.2018.

[3] Hochgeschwindigkeitszüge: TGV-V150, abgerufen am 22.12.2017.

[4] Wikipedia: Geschwindigkeitsweltrekorde für Schienenfahrzeuge, abgerufen am 22.12.2017.

[5] Kleine Zeitung: 400 km/h: Schnellster Zug Europas rast durch Italien, abgerufen am 22.12.2017.

[6] Wikipedia: Railjet, abgerufen am 14.11.2018.

[7] Zermatt.ch: Glacier Express, abgerufen am 22.12.2017.

[8] Transsibirische Eisenbahn: Kosten und Bahnpreise, abgerufen am 22.12.2017.

[9] N-tv: Gerüchte über längste Bahnstrecke der Welt, abgerufen am 22.12.2017.

[10] Rail.cc: Nachtzug Moskau-Nizza, abgerufen am 22.12.2017.

[11] Wikipedia: Westbahn Österreich, abgerufen am 14.11.2018.

[12] Wikipedia: Südbahn Österreich, abgerufen am 14.11.2018.

[13] Galileo Lunch Break auf Youtube.com: Die teuerste Zugreise der Welt (Video), abgerufen am 22.12.2017.

[14] Wikipedia: Orient-Express, abgerufen am 22.12.2017.

[15] Allianz pro Schiene: Daten & Fakten, abgerufen am 22.12.2017.

[16] Allianz pro Schiene: Schadstoff-Emissionen, abgerufen am 22.12.2017.

[17] Presseportal: Bahnfahren: So wird die Reisezeit am liebsten verbracht, abgerufen am 22.12.2017.

[18] Österreichische Bundesbahnen: Die OEBB in Zahlen, abgerufen am 14.11.2018.

[19] Wikipedia: Schönster Bahnhof Österreichs, abgerufen am 14.11.2018.

[20] Presseportal: Bahnfahren: So wird die Reisezeit am liebsten verbracht, abgerufen am 22.12.2017.

[21] Reiseblog online: Die zehn gefährlichsten Bahnstrecken der Welt, abgerufen am 22.12.2017.

[22] Reiseblog online: Die zehn gefährlichsten Bahnstrecken der Welt, abgerufen am 22.12.2017.

[23] Reiseblog online: Die zehn gefährlichsten Bahnstrecken der Welt, abgerufen am 22.12.2017.

[24 Wikipedia: Geschichte der Eisenbahn in Deutschland, abgerufen am 16.02.2018.

[25] Wikipedia: Geschichte der Eisenbahn in Österreich, abgerufen am 14.11.2018.